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Qualität im Fokus – 3. Palliativ- und Hospizforum in der Johanniskirche

Mehr als 160 Fachleute aus den Bereichen Medizin, Pflege und Verbände sowie Wissenschaft und Forschung aus Sachsen Anhalt haben am 19. September 2018 am 3. Palliativ- und Hospizforum der Pfeifferschen Stiftungen in der Magdeburger Johanniskirche teilgenommen. Organisiert wurde die Tagung in Zusammenarbeit mit dem Hospiz- und Palliativverband Sachsen-Anhalt e.V., der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin sowie der AOK Sachsen-Anhalt als Mitveranstalter und dem Klinikum Magdeburg. Ziel aller Beteiligten ist es, die Versorgungsqualität für Menschen am Lebensende zukünftig stetig zu verbessern. Antworten auf kommende Herausforderungen in Medizin und Gesellschaft müssen sich auch in einer angemessenen Palliativversorgung spiegeln. Gelingen kann dies nur durch die gezielte Vernetzung der Hospiz- und Palliativversorgung im Land.

Palliativversorgung sei ein Thema, das alle angehe und das in die Mitte der Gesellschaft gehöre, erklärte Prof. Dr. Hans Christof Müller-Busch, bis 2010 Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP), in seinem Eröffnungsvortrag. Mit Blick auf Sachsen-Anhalt sagte er, rund 32.800 Todesfällen würden pro Jahr nur etwa 17.800 Geburten gegenüberstehen – damit habe das Land einen der höchsten Sterbeüberschüsse in Deutschland. „Sachsen-Anhalt hat aber auch eine der ältesten palliativ-hospizlichen Traditionen“, sagte Prof. Müller-Busch mit Blick auf den gebürtigen Magdeburger Heinrich Pera, einen der großen Pioniere der deutschen Hospizbewegung. Mit Blick auf die demografische Entwicklung und die laufende Debatte über Mangel an Pflegepersonal warnte er vor einem drohenden Betreuungsnotstand.

Christoph Radbruch, als Vorsteher der Pfeifferschen Stiftungen Gastgeber der Veranstaltung, betonte den individuellen Aspekt jeder Palliativversorgung. Er mahnte an, die Qualitätsdiskussion nicht durch verdeckte Ziele wie Kosten oder schlanke Versorgungsstrukturen von den Bedürfnissen sterbender Menschen wegzulenken.

Sachsen-Anhalts Ministerin für Arbeit, Soziales und Integration, Petra Grimm-Benne (SPD), kündigte an, der im Auftrag des Landtages arbeitende Runde Tisch Pflege werde fortgesetzt und lud die anwesenden Experten ein, dort ihr Fachwissen rund um Palliativ- und Hospizarbeit einzubringen. Gerade die ambulante Pflege im ländlichen Raum müsse aus Sicht der Ministerin besser finanziell untersetzt sein, um weiter wirtschaftlich arbeiten zu können.

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Diskutierten über die Zukunft der Palliativ- und Hospizversorgung in Sachsen-Anhalt (v.l.n.r.): Prof. Dr. Christoph Kahl (Klinikum Magdeburg), Ulrich Paulsen (Hospiz- und Palliativverband LSA), Christoph Radbruch (Pfeiffersche Stiftungen), Ministerin Petra Grimm-Benne, Moderator Frieder Weigmann, Prof. Dr. Gabriele Meyer (Uni Halle), Dr. Toralf Bernig (Uniklinik Halle) und Prof. em. Dr. Bernt-Peter Robra.
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