© Michael Uhlmann

Klinik für Innere Medizin: Kardiologie

Die Kardiologie ist nach modernsten Gesichtspunkten ausgestattet und bietet ein großes Leistungsspektrum in der Diagnostik und Behandlung von Herz- und Kreislauferkrankungen. Die kontinuierliche Überwachung und Aufzeichnung des Herzrhythmus während des stationären Aufenthaltes gestattet eine leistungsfähige Telemetrie.

Bei lebensgefährlichen Herzrhythmusstörungen ermöglicht dies unseren erfahrenen Medizinern das sofortige Erkennen von Herzrhythmusstörungen. Eine Behandlung kann sofort eingeleitet werden.

Untersuchungsverfahren

Neben der Untersuchung und Behandlung von Erkrankungen des Herzmuskels, der Herzkranzgefässe, der Herzklappen oder des Kreislaufsystems führen wir folgende Untersuchungsverfahren durch:

  • Diagnostische Herzkatheteruntersuchung
  • Interventionelle Koronartherapie - PTCA (Ballondilatation), Stentimplantation
  • Herzschrittmacherimplantation und Kontrolle
  • Echokardiografie
  • Spiroergometrie
  • Elektrokardiografie (Ruhe-, Belastungs-, Langzeit-EKG)
  • 24-Stunden-Blutdruckmessung
  • Kipptischuntersuchung

Im Rahmen eines stationären Aufenthaltes zählen die Interventionelle Koronartherapie bei Herzinfarkt und die Nicht-invasive Maskenbeatmung (Beatmung ohne Intubation) zu unseren Leistungen.

Ambulante Leistungen

Da nicht jede Erkrankung des Herz- und Kreislaufsystems zur Abklärung oder Behandlung einen stationären Aufenthalt benötigt, bieten wir Ihnen deshalb viele Leistungen auch ambulant an.

Kooperation mit herzchirurgischen Zentren

Einige Herz- und Kreislauferkrankungen benötigen eine operative Behandlung (z.B. Bypaß-Operation, Klappenrekonstruktion oder Klappenersatz). Wir vermitteln deshalb gern nach Abschluss der kardiologischen Diagnostik den Kontakt zu renommierten herzchirurgischen Zentren.

MediClin Herzzentrum Coswig
Universitätsklinik für Herz- und Thoraxchirurgie der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Apparative Ausstattung

  • Links- und Rechtsherzkathetermessplatz
  • Echokardiografie und Streßechokardiographie
  • Ergometrie und Spiroergometrie
  • Telemetrie
  • Kipptisch
  • 24-Stunden-Blutdruck
  • 24-Stunden-EKG
  • Spirometrie
  • EPU-Messplatz

Ausgewählte Krankheitsbilder

Erklärung, Diagnostische und Therapeutische Optionen

  • Arterielle Hypertonie (Bluthochdruck)
  • Hyperlipoproteinämie (Fettstoffwechselstörung)
  • Diabetes mellitus
  • Arteriosklerose
  • Koronare Herzerkrankung
  • Herzinfarkt
  • Herzinsuffizienz (Herzmuskelschwäche)
  • Herzrhythmusstörungen

Fragen zu Erkrankungen des Herzens

Das gesunde Herz

Normale Herzstruktur
Das Herz hat in etwa die Größe und Form einer geschlossenen Faust. Es ist ein Muskel, der ständig mit Sauerstoff angereichertes Blut durch den Körper pumpt. Das Herz besteht aus vier Kammern: zwei kleineren oberen Kammern (den rechten und linken Vorhof) und zwei größeren unteren Kammern (den rechten und linken Ventrikel). In der rechten oberen Kammer wird Blut aus dem Körper angesammelt, das von der rechten unteren Kammer in die Lunge gepumpt wird, um dort frischen Sauerstoff aufzunehmen. Gleichzeitig wird in der linken oberen Kammer das mit Sauerstoff angereicherte Blut aus der Lunge angesammelt, das dann von der linken unteren Kammer in den restlichen Körper gepumpt wird.

Normaler Herzrhythmus
Die Pumpfunktion wird durch das elektrische Reizleitungssystem des Herzens kontrolliert. Jeder Herzschlag wird automatisch durch den natürlichen Schrittmacher des Herzens, den Sinusknoten (SA-Knoten), gestartet. Dieser Reiz oder Impuls wird dann in die Vorhöfe geleitet, die sich zusammenziehen (kontrahieren), wodurch Blut in die Ventrikel gelangt. Der Impuls setzt sich bis in die Mitte des Herzens, zum so genannten atrioventrikulären oder AV-Knoten, fort. Der AV-Knoten fungiert wie eine Relaisstation, die jeden Impuls verzögert, bevor er in die Ventrikel weitergeleitet wird. Der AV-Knoten sorgt dafür, dass das Herz nicht zu schnell schlägt. Der Reiz setzt sich dann durch die Ventrikel weiter fort, wodurch die unteren Kammern kontrahieren und Blut in die Lunge und den Körper pumpen. Die Kontraktion der oberen und unteren Kammern bringt den typischen Klang der Herzschläge hervor. Danach ruht das Herz, bis der nächste Impuls den Zyklus von Neuem beginnt.
Das gesunde Herz schlägt regelmäßig und gleichmäßig, normalerweise zwischen 60- und 80-mal in der Minute. Die Herzfrequenz hängt vom Grad ihrer Aktivität und anderen Faktoren ab. Sie kann langsamer sein, wenn Sie ruhen oder schlafen, oder schneller, wenn Sie Sport treiben.

Was ist eine Arrhythmie?

Eine Arrhythmie ist eine Störung, die im elektrischen System des Herzens auftritt und die normale Pumpleistung beeinträchtigt, quasi wie bei einem Kurzschluss. Durch den Kurzschluss kann es dazu kommen, dass das Herz zu schnell oder zu langsam schlägt oder dass ein gelegentliches Flattern unregelmäßigen Musters auftritt.
Es gibt verschiedene Arten der Arrhythmie, die gewöhnlich nach dem Ort des Kurzschlusses im Herz klassifiziert werden und danach, ob sie zu einem zu schnellen oder zu langsamen Herzschlag führen.

Was versteht man unter Vorhofflimmern?

Das Vorhofflimmern, auch als AF (atrial fibrillation) bekannt, ist ein unregelmäßiger Herzrhythmus, der die oberen Kammern (die Atria oder Vorhöfe) des Herzens betrifft. Bei Vorhofflimmern zittern die Vorhöfe, anstatt normal zu schlagen. Vorhofflimmern kann auch zu einem zu schnellen Herzrhythmus führen, bei dem das Herz in den Vorhöfen bis zu über 300-mal in der Minute schlägt und in den unteren Kammern (den Ventrikeln) bis zu über 150-mal in der Minute.

Wichtigkeit der Behandlung von Vorhofflimmern
Aufgrund des flimmernden Rhythmus’ in den Vorhöfen während des Vorhofflimmerns wird das Blut nicht völlig wieder aus den oberen Herzkammern herausgepumpt, wodurch es sich ansammeln und verklumpen kann. Vorhofflimmern erhöht damit das Risiko der Bildung von Blutgerinnseln im Herz, die dann in eine Hirnarterie abwandern können. Ein Schlaganfall ist die Folge. Auch wenn die Erkrankung nicht als lebensbedrohlich gilt, besteht bei Menschen mit Vorhofflimmern ein fünf- bis siebenmal höheres Risiko für Gerinnselbildung und damit Schlaganfall.
Vorhofflimmern steht auch mit Müdigkeit und Herzinsuffizienz in Zusammenhang. Bei dieser Störung kann das Herz nicht ausreichend Blut in die anderen Organe pumpen. Glücklicherweise können diese Risiken drastisch gesenkt werden, wenn die Erkrankung überwacht und behandelt wird. Durch die enge Zusammenarbeit von Patient und Arzt lässt sich die geeignetste Behandlungsmethode des Vorhofflimmerns bestimmen.

Wann tritt Vorhofflimmern auf?
Vorhofflimmern kann ein selbständiges Problem sein, d. h. nicht in Zusammenhang stehen mit anderen Herzerkrankungen oder Krankheiten stehen. Es kann aber auch gleichzeitig mit anderen Arten von Herzerkrankungen auftreten, z. B. mit Herzklappenanomalien.

Wie weiß ich, ob ich vielleicht an Vorhofflimmern leide?

Einige Menschen haben aufgrund des Vorhofflimmerns folgende Symptome:

  • Herzwahrnehmung in Form von Pochen, unregelmäßigem oder sehr starkem Herzschlag, dem Gefühl, das Herz rase
  • Beklemmungsgefühle
  • Ohnmacht oder Schwindel
  • Müdigkeit, Kurzatmigkeit oder Schwäche

Andere Menschen haben keinerlei Symptome und das Vorhofflimmern wird erst bei einem Arztbesuch erkannt. Selbst ohne Symptome ist Vorhofflimmern eine ernsthafte Erkrankung, die zu Komplikationen führen kann. Machen Sie daher bei Symptomen von Vorhofflimmern einen Termin bei Ihrem Arzt, der die Erkrankung bestätigen oder ausschließen wird.

Gibt es verschiedene Arten von Vorhofflimmern?

Es gibt drei verschiedene Arten von Vorhofflimmern:

Paroxysmales Vorhofflimmern

Das paroxysmale (oder intermittierende) Vorhofflimmern bezieht sich auf Vorhofflimmern, das nur gelegentlich auftritt und dann von selbst aufhört. Danach nimmt das Herz seinen normalen Rhythmus wieder auf. Das Vorhofflimmern kann einige Sekunden, Minuten, Stunden oder Tage andauern, bevor das Herz wieder im normalen Rhythmus schlägt. Menschen mit dieser Art von Vorhofflimmern haben gewöhnlich mehr Symptome. Mit Anfang und Ende des Vorhofflimmerns kann sich die Pulsfrequenz in kurzen Zeitabständen von langsam auf schnell und umgekehrt ändern.

Persistierendes Vorhofflimmern

Persistierendes Vorhofflimmern liegt vor, wenn das Vorhofflimmern nicht von selbst wieder aufhört. Medikamente oder eine bestimmte Art von Elektroschock (genannt Kardioversion) werden angewendet, damit das Herz zu seinem normalen Rhythmus zurückkehrt. Wenn diese Art von Vorhofflimmern nicht behandelt wird, bleibt die Rhythmusstörung des Herzens bestehen.

Permanentes Vorhofflimmern

Wenn das Vorhofflimmern nicht behoben werden kann, spricht man von permanentem Vorhofflimmern. Auch Medikamente und kontrolliert abgegebene Elektroschocks können das Herz nicht wieder dazu bringen, seinen normalen Rhythmus aufzunehmen.

Kann ich Vorhofflimmern verhindern?

Einige Risikofaktoren, die zu Vorhofflimmern beitragen, lassen sich kontrollieren oder modifizieren, wie z. B. die Kontrolle von zu hohem Blutdruck oder das Einschränken von Alkoholkonsum. Einige andere Risikofaktoren hingegen lassen sich nicht steuern, wie beispielsweise ein zunehmendes Lebensalter und die Familiengeschichte des Patienten.

Kontrollierbare RisikofaktorenNicht kontrollierbare Risikofaktoren
  • hohes Cholesterin
  • hoher Blutdruck
  • Herzerkrankung
  • Rauchen
  • Übergewicht
  • metabolisches Syndrom
  • Stress
  • Alkoholmissbrauch
  • Bewegungsmangel
  • bestimmte Medikamente
  • Schlafapnoe
  • Schilddrüsenerkrankungen
  • Familiengeschichte
  • fortgeschrittenes Lebensalter
  • angeborener Herzfehler
  • Geschlecht (Männer erkranken häufiger an Vorhofflimmern)

Wie wird Vorhofflimmern diagnostiziert?

Ihr Arzt wird Sie wahrscheinlich zuerst einmal gründlich untersuchen und Ihnen Fragen zu Ihren Symptomen und Ihrer medizinischen Vorgeschichte stellen. Vorhofflimmern zu erkennen und zu quantifizieren kann schwierig sein. Um herauszufinden, ob Sie an Vorhofflimmern leiden, wendet Ihr Arzt möglicherweise eine oder mehrere der folgenden Untersuchungen an:

Echokardiogramm
Ein stiftähnliches Gerät, genannt Transducer, wird auf der Brust aufgesetzt. Die von diesem Gerät ausgehenden Schallwellen werden vom Herzen zurückgeworfen und in ein Videobild umgewandelt, das die Bewegung, Struktur und Pumpfähigkeit des Herzens aktiv darstellt.

Elektrokardiogramm (EKG)
Diese einfache Untersuchung zeichnet die elektrische Aktivität des Herzens auf. Mit Drähten verbundene Elektroden werden auf der Brust, an den Armen und Beinen des Patienten angebracht. Die Drähte sind mit einem Monitor verbunden und können abnormale elektrische Impulse des Herzens aufzeichnen. Die Untersuchung dauert nur wenige Minuten.

Ereignisrekorder
Ein Ereignisrekorder ist ein tragbares Gerät, das mehrere Tage bis zu einem Monat ständig am Handgelenk oder an der Taille getragen wird. Verspürt der Patient ein Symptom, kann er einen Knopf drücken und das Gerät zeichnet die elektrische Aktivität des Herzens sofort auf.

Langzeit-EKG (Holter)
Bei dieser Untersuchung werden Elektroden auf der Brust angebracht, die an einen tragbaren Monitor angeschlossen sind, der die elektrische Aktivität des Herzens bei Verrichtung normaler täglicher Tätigkeiten ein bis zwei Tage lang ununterbrochen aufnimmt. Bemerkt der Patient ein Symptom, kann er einen Knopf drücken und das Gerät zeichnet die elektrische Aktivität des Herzens sofort auf.

Implantierbarer Herzmonitor
Treten die Symptome des Patienten nur selten auf oder sind sie nicht vorhersehbar, kann mit diesem kleinen Gerät der Herzrhythmus bis zu 36 Monate ohne Anbringung von Elektroden aufgezeichnet werden. Der Monitor wird in einer einfachen, ambulant durchgeführten Prozedur unter der Haut implantiert. Er nimmt die Herzaktivität entweder automatisch auf oder durch Drücken eines Aktivators seitens des Patienten. Die Ergebnisse können an die Arztpraxis fernübertragen oder während eines Arztbesuches abgefragt werden.

Belastungs-EKG
Unter Belastung schlägt das Herz stärker und schneller, damit der Körper ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird. Bestimmte Herzerkrankungen lassen sich unter Belastung leichter diagnostizieren. Bei einem Belastungs-EKG geht oder läuft der Patient auf einem Laufband oder fährt auf einem Fahrradergometer, während gleichzeitig die Aktivität des Herzens überwacht wird, um abnormale Herzrhythmen festzustellen.

Welche Behandlungsoptionen habe ich bei Vorhofflimmern?

Die Behandlung von Vorhofflimmern ist wichtig, da Vorhofflimmern zu einem Schlaganfall führen kann. Sie können sich gemeinsam mit Ihrem Arzt für die Behandlung entscheiden, die für Sie und Ihre Herzerkrankung am besten ist.

Hauptziele bei der Behandlung des Vorhofflimmerns sind:

  • Verhindern von Blutgerinnseln, um das Schlaganfallrisiko zu senken,
  • Kontrolle der Herzfrequenz, damit den Ventrikeln ausreichend Zeit für eine komplette Füllung bleibt,
  • Neueinstellen des Herzrhythmus’, um den Vorhöfen und Ventrikeln die effizientere Zusammenarbeit zu ermöglichen.

Die folgenden Behandlungsmethoden können zur Kontrolle von Vorhofflimmern eingesetzt werden:

Medikamente
Wenn Sie an Vorhofflimmern leiden, müssen Sie wahrscheinlich für den Rest Ihres Lebens ein oder mehrere Medikamente einnehmen, wie z. B.:

  • Medikamente zur Rhythmuskontrolle (Antiarrhythmika), die helfen, einen normalen Herzrhythmus aufrechtzuerhalten
  • Medikamente zur Herzfrequenzkontrolle, die eine zu schnelle Herzfrequenz drosseln und damit eine Schwächung des Herzmuskels verhindern können
  • Blutverdünner, um die Bildung von Blutgerinnseln zu verhindern und damit das Schlaganfallrisiko zu senken

Alle Patienten reagieren auf eine medikamentöse Behandlung unterschiedlich. Es kann daher sein, dass Sie mehrere Medikamente ausprobieren müssen, um herauszufinden, welches Medikament für Sie am geeignetsten ist und die wenigsten Nebenwirkungen hat.

Kardioversion
Auch trotz Einnahme von Medikamenten kann Vorhofflimmern gelegentlich bei Ihnen auftreten. In diesem Fall schlägt Ihr Arzt als eine Behandlungsoption möglicherweise eine Kardioversion vor. Die Kardioversion ist eine Prozedur, bei der ein Stromstoß oder Elektroschock an den Herzmuskel abgegeben wird, um den normalen Rhythmus wiederherzustellen. Das klingt vielleicht etwas erschreckend, aber die Kardioversion ist eine einfache Prozedur, die an einem Tag durchgeführt werden kann. Dabei wird eine geringe Menge Betäubungsmittel durch eine Armvene gegeben. Große Patches (Elektroden) werden an der Brust angebracht. Durch diese Elektroden wird der elektrische Strom geleitet, um den Herzrhythmus wieder zu normalisieren.

Katheterablation
Bei der Katheterablation handelt es sich um eine minimal-invasive Prozedur, die angewandt werden kann, wenn Medikamente zur Kontrolle des Herzrhythmus’ nicht ausreichen. Die Katheterablation wird in einem elektrophysiologischen Labor eines Krankenhauses von einem Elektrophysiologen (einem auf die Behandlung von Herzrhythmusstörungen spezialisierten Arzt) und seinem Team von hoch qualifizierten Pflegekräften und Technikern durchgeführt. Ziel der Prozedur ist die Behandlung von Vorhofflimmern oder die Verminderung der Vorhofflimmerepisoden durch die Symptomkontrolle.

Die Prozedur beinhaltet die Ablation oder Deaktivierung der abnormalen Herzmuskelzellen, die zu Vorhofflimmern beitragen können. Dies erfolgt mittels eines Katheters, d. h. eines flexiblen Schlauchs, über den Energie abgegeben wird, die zur Deaktivierung des Herzmuskelgewebes, das Vorhofflimmern verursacht, und damit zur Blockierung der abnormalen elektrischen Impulse führt.

Bei der Katheterablation gibt es zwei Möglichkeiten der Energieabgabe:

  1. Hochfrequenzkatheter verwenden Energie in Form von Radiowellen, um im Herzen Wärme zu erzeugen, durch die die unerwünschte elektrische Aktivität des Herzens, die möglicherweise zu Vorhofflimmern beiträgt, deaktiviert wird. Über eine Vene wird ein HF-Katheter in das Herz eingeführt. Die Elektrodenkatheter werden zur Lokalisierung des abnormalen Reizleitungsgewebes verwendet. Ist das Gewebe lokalisiert, wird der HF-Ablationskatheter direkt über dem die Arrhythmie verursachenden Gewebebereich positioniert. Die Katheterspitze wird erhitzt, wodurch der kleine Herzgewebebereich so verändert wird, dass keine elektrischen Impulse mehr durch das Gewebe geleitet werden können.
  2. Bei Kryoablationskathetern wird ein Kühlmittel eingesetzt, um die zum Vorhofflimmern gegebenenfalls beitragende unerwünschte elektrische Aktivität durch Einfrieren des betreffenden Herzgewebes auszuschalten. Durch Kühlen der Spitze des Kryoablationskatheters auf Temperaturen unter Null werden die für die Verursachung der Arrhythmie verantwortlichen Herzmuskelzellen so modifiziert, dass sie die elektrische Erregung nicht mehr leiten können.

Wie läuft eine Katheterablationsprozedur ab?

Vor der Ablationsprozedur
Die Vorbereitung auf eine Ablation unterscheidet sich nicht von der Vorbereitung auf sonstige elektive Prozeduren. Normalerweise wird angeordnet, nach Mitternacht am Abend vor der Prozedur nichts mehr zu essen oder zu trinken.
Auch bestimmte Medikamente müssen unter Umständen abgesetzt werden; Ihr Arzt wird Sie diesbezüglich informieren.
Sollte es vor der geplanten Prozedur zu Veränderungen Ihres Gesundheitszustandes kommen, müssen Sie Ihren Arzt umgehend in Kenntnis setzen, da Infektionen das Risiko der Prozedur erhöhen können.

Während der Ablationsprozedur
Der Hautbereich, von dem aus die Ablationskatheter in Ihren Körper eingeführt werden, wird von einer Pflegekraft rasiert und gereinigt. Dies geschieht normalerweise in der Leiste, kann aber auch vom Arm, Hals oder von der Schulter aus erfolgen. Um den Bereich zu betäuben, wird ein Lokalanästhetikum angewendet. Die Katheter werden kann durch einen kleinen Schnitt in der Haut in eine Vene eingeführt und bis zum Herz vorgeschoben. Der Arzt führt danach eine elektrophysiologische Studie (EP-Studie) durch, wenn diese bei Ihnen vorher noch nicht gemacht wurde. Damit wird das elektrische System des Herzens beurteilt. Die Studie ermöglicht dem Arzt, alle potenziellen Herzrhythmusstörungen zu erkennen.
Als nächstes wird ein intrakardiales Mapping durchgeführt. Durch Bewegen eines steuerbaren Ablationskatheters im Herz kann Ihr Arzt herausfinden, welcher Teil des Herzmuskelgewebes für die Arrhythmie verantwortlich ist. Die eigentliche Ablationsprozedur besteht aus der Abgabe von Energie durch den Ablationskatheter auf das Zielgewebe.
Durch die Energie – entweder Wärme oder Kälte – wird das Gewebe abgetötet, was zum Entstehen einer Narbe (Läsion) führt. Nach Abschluss der Prozedur untersucht der Arzt das Herz. Wenn sich der abnormale Rhythmus nicht wiederherstellen lässt, gilt die Prozedur als erfolgreich. Besteht die Arrhythmie weiterhin, ist vermutlich eine weitere Ablation erforderlich.

Was geschieht nach der Prozedur?
Sofort nach Abschluss der Prozedur werden die Katheter entfernt und auf die Einführstelle wird Druck ausgeübt, um die Blutung zu reduzieren. Wahrscheinlich bleiben Sie über Nacht zur Beobachtung im Krankenhaus, können aber am nächsten Tag wieder zurück nach Hause. Obwohl während der folgenden zwei Tage die normalen Aktivitäten eingeschränkt werden müssen, können die meisten Patienten ihren normalen Gewohnheiten schon nach wenigen Tagen wieder nachgehen. Eventuell verspüren Sie geringe Schmerzen im Brustraum, starke Schmerzen oder Kurzatmigkeit werden nicht auftreten. Sollte dies jedoch der Fall sein, rufen Sie bitte sofort Ihren Arzt an.

Mögliche Komplikationen
Wie bei allen Prozeduren, bei denen die Haut eingeschnitten und ein Katheter eingeführt wird, bestehen geringfügige Komplikationsrisiken, die Ihr Arzt mit Ihnen besprechen wird. Zu solchen Risiken können Blutungen an der Einführstelle, gelegentlich auch Blutgefäßschädigungen, die Bildung von Blutgerinnseln oder das Entstehen von Infektionen gehören. Bei einigen Formen der Arrhythmie kann routinemäßig ein Herzschrittmacher eingesetzt werden, um eine regelmäßige Herzfrequenz nach der Ablation zu gewährleisten. Bei einem kleinen Prozentsatz von Patienten kann das normale elektrische System des Herzens beschädigt werden, so dass ein Herzschrittmacher erforderlich ist. Obwohl es bei der großen Mehrheit der Katheterablationen nicht zu Komplikationen kommt, sollten Sie sich der etwaigen Risiken bewusst sein.

Implantierbare Geräte
Um Vorhofflimmern früh zu diagnostizieren und zu behandeln oder das Auftreten von Vorhofflimmern zu unterdrücken, kann ein elektronisches Gerät, wie ein Herzschrittmacher oder ein ICD-Defibrillator, in der Brust des Patienten implantiert werden. Diese batteriebetriebenen Geräte senden elektrische Impulse in das Herz, um die Herzschlagfrequenz zu regulieren.

Chirurgische Ablation
Die chirurgische Ablation ist eine Prozedur, die bei Patienten mit Vorhofflimmern, denen mit Medikamenten oder Katheterablation nicht geholfen werden kann, durchführbar ist. Sie wird in der Regel zum gleichen Zeitpunkt durchgeführt, zu dem sich der Patient bereits aufgrund einer anderen Erkrankung einer Herzoperation unterziehen muss.
Die chirurgische Ablation ist eine invasivere Prozedur als die Katheterablation. Noch bis vor kurzem war die häufigste Methode der chirurgischen Ablation Einschnitte und Nähte im Herzgewebe (Cut-and-Sew-Operation), um die Lösionen zu bewirken, die zur Behandlung der Herzrhythmusstörung erforderlich waren. Eine neue chirurgische Prozedur ist die gekühlte HF-Ablation oder Kryoablation, die die Cut-and-Sew-Technik inzwischen ersetzt hat.

Fragen, die Sie dem Arzt stellen sollten

Wenn bei Ihnen Vorhofflimmern (atrial fibrillation, AF) diagnostiziert wurde oder vermutet wird, möchten Sie Ihrem Arzt vielleicht einige Fragen stellen, wie zum Beispiel:

  • Wodurch wird mein Vorhofflimmern verursacht?
  • Wie kann ich sicher sein, dass ich an Vorhofflimmern leide und keine ernsthaftere Herzrhythmusstörung habe?
  • Wird meine Erkrankung von selbst heilen?
  • Welche Risiken bestehen, dass die Erkrankung schlimmer wird (mehr symptomatisch)?
  • Besteht für mich ein erhöhtes Schlaganfallrisiko?
  • Welche Behandlungsoptionen stehen mir zur Verfügung?
  • Welche Risiken und Nebenwirkungen haben die Medikamente, die ich zur Kontrolle meiner Arrhythmie oder Senkung des Schlaganfallrisikos einnehmen muss?
  • Welche Risiken und Nutzen anderer Behandlungsmöglichkeiten bestehen?
  • Sollte ich einen Elektrophysiologen (einen Spezialisten für Herzrhythmusstörungen) konsultieren?

Versorgung von Patienten mit Verdacht auf kardialen Brustschmerz (Chest Pain)

Strukturelle Standards

Der Schockraum der Notaufnahme erhält eine vollwertige Ausstattung zur Versorgung stabiler und instabiler Patienten mit kardialem Thoraxschmerz:

  • nichtinvasives hämodynamisches und rhythmologisches Monitoring, 12-Kanal-EKG
  • voll bestückter Notfallwagen zur Durchführung einer erweiterten kardiopulmonalen Reanimation und zur Durchführung einer Analgosedierung und Kreislaufstabilisierung
  • mobiles Beatmungsgerät zur Durchführung einer assistierten und kontrollierten Ventilation
  • Katecholamine: 250 mg Dobutrex und Vorratsdurchstichflasche mit 50 mg Suprarenin zur Bestückung eines Perfusors
  • Analgosedierung und Intubation: 1 A. Sufentanil 10 ml und 1 A. Propofol 2 % 50 ml, Esmeron 1 A. (Kühlware)
  • ein Infusomat und zwei Perfusoren zur Applikation der notwendigen Medikation
  • Bevorratung von GPIIB/IIIA-Antagonisten zur präinterventionellen Applikation
  • Bevorratung von 100 mg rTPA
  • Notfallechokardiographie und Sonographie Abdomen und Thorax binnen Minutenfrist verfügbar

Personelle Standards

24-stündige Anwesenheit eines in der Intensivmedizin erfahrenen Arztes.
24-stündiger fachärztlich-kardiologischer Hintergrund mit EDV-gestütztem direkten Zugriff auf EKG, Sonographie und Röntgen auch von außerhalb der Klinik mittels Remotezugriff.
24-stündige Anwesenheit mindestens einer durch interne Schulung zertifizierten Pflegekraft mit Ausbildung in der Reanimation mit mindestens einmal jährlicher Wiederholungschulung.

Ausbildung und Zertifizierung

Ärzte der Klinik für Innere Medizin sowie das Pflegepersonal der Notaufnahme erhalten eine strukturierte Fortbildung im Management der Angina pectoris und des Myokardinfarktes einschließlich der Maßnahmen zur Notfallbehandlung bei kardiogenem Schock und bei Herzkreislaufstillstand. Auf alle erforderlichen Geräte (Perfusoren, Infusomaten und Monitore) muss das gesamte Personal selbstredend nach MedGV eingewiesen sein.
Im jährlichen Abstand erfolgt ein Refresherseminar. Die Teilnahme an Zertifizierung und Refresher ist verbindlich für alle Mitarbeiter der Notaufnahme, der Intensivstation und des Herzkatheterlabors.

Standard Operating Procedure zur Diagnostik und Therapie des akuten Brustschmerzes

Zielpatient zur Aufnahme in die Chest-Pain-Unit

  • ist jeder Patient, der unter der Verdachtsdiagnose "Angina pectoris, instabile Angina pectoris, NSTEMI oder STEMI" haus- oder notärztlich eingewiesen wird.
  • Für Patienten, die mit gesichertem ST-Hebungsinfarkt unter der Chest-Pain-Hotline angemeldet werden, gilt der SOP des Netzwerkkonzeptes STEMI, der hier ebenfalls wiedergegeben wird.
  • ist jeder Patient, der wegen thorakalen Schmerzen jedweder Lokalisation ohne oder mit Dyspnoe vorstellig wird.
  • ist jeder Patient, bei dem erst im Rahmen der Erstdiagnostik der Notaufnahme die Verdachtsdiagnose einer kardialen Ischämie gestellt wird.

Obligate Basisdiagnostik

  • EKG: Obligat ist ein 12-Kanal-EKG. Hierbei ist es unerheblich, ob dieses EKG bereits im Rahmen der prästationären Behandlung oder erst bei Aufnahme angefertigt wurde. Bei unklaren EKG-Befunden empfehlen sich weitere Maßnahmen (Verlaufs-EKG, Anfertigung der rechtsventrikulären Ableitungen).
  • Anamnese: Beschwerdecharakteristik und -dauer, Anamnese einer koronaren Herzerkrankung, Anamnese der kardialen Risikofaktoren (Diabetes, Hypertonie, Adipositas, Nikotin, familiäre Belastung, periphere arterielle Verschlusskrankheit), Abfrage von Allergien, Schilddrüsenfunktionsstörungen, Medikation.
  • Körperliche Untersuchung: Eine auf den Verdacht der kardialen Erkrankung fokussierte körperliche Untersuchung muss unmittelbar nach Ankunft des Patienten erfolgen und beinhaltet mindestens die Auskultation von Herz und Lunge, die Thoraxkompression von vorn und seitlich, die Messung von Puls und Blutdruck und das Tasten der Radialis- und Femoralispulse beidseits.
  • Labor: Obligat ist eine "kleine Routine Notaufnahme", diese Standardroutine sollte in Einzelfällen um weitere Werte ergänzt werden:

    • Tropinin I (bei Verdacht auf eine kardiale Ischämie oder eine andere akute kardiale Belastung aufgrund der Beschwerden ohne eindeutigen Befund eines STEMI im 12-Kanal-EKG
    • D-Dimere: bei Thoraxschmerzen in Verbindung mit Dyspnoe ohne eindeutige klinische Wahrscheinlichkeit einer Lungenembolie zum beabsichtigten Ausschluss der Differentialdiagnose Lungenembolie (siehe SOP Lungenembolie)
    • TSH: zur Vorbereitung einer Koronarangiographie bzw. eines CT mit Kontrastmittelexposition

  • pulsoxymetrische Sauerstoffmessung unter Raumluft (wenn klinisch vertretbar)
  • Temperatur

Fakultative Diagnostik (nicht indiziert bei STEMI)

  • Röntgen-Thorax: beim Leitsymptom Dyspnoe, bei klinischen Zeichen einer kardialen Dekompensation oder bei infrage kommender Differentialdiagnose (v. a. Aortendissektion, Pleuropneumonie, Pneumothorax)

    • Falls möglich, sollte eine Aufnahme unter Standardbedingungen, also im Stehen in maximaler Inspiration und mit zwei Ebenen erfolgen.
    • Bei klinisch stabilen Patienten mit STEMI darf eine Thoraxbildanfertigung nicht die weitere Therapie verzögern.
    • Bei klinisch instabilen Patienten ist auf ein Thoraxbild zugunsten des Verbleibs des Patienten im Notfallversorgungsraum mit ununterbrochenem Monitoring zu verzichten.

  • Orientierende Echokardiographie: Zum Ausschluss eines Perikardergusses bzw. einer Perikardtamponade kann auch mittels Abdominalschallkopf und mit einfachem Sonographiegerät eine substernale Echokardiographie erfolgen. Regionale Wandbewegungsstörungen und Vitien dagegen können nur von einem erfahrenen Untersucher an einem Echokardiographiegerät identifiziert werden. Hierzu muss ggf. der Dienst habende kardiologische Facharzt hinzugezogen werden.
  • Coronarangiographie: Indikationen und Zeittoleranzen

    • STEMI (kein Labor abwarten): Indikation zur unverzüglichen Koronarangiographie ohne weitere Diagnostik (siehe hierzu SOP Netzwerk STEMI)
    • NSTEMI (mit Troponinerhöhung): Koronarangiographie bald, spätestens innerhalb von 48 Stunden
    • Instabile Angina pectoris (erstmalige Beschwerden, in Ruhe aufgetretene Beschwerden, durch Nitro nicht kupierbare Beschwerden) ohne Troponinerhöhung: keine Akutintervention erforderlich, jedoch Reevaluation spätestens am Folgetag, Troponinkontrolle nach sechs Stunden erforderlich
    • CT Thorax: Bei klinisch hinreichendem Verdacht auf eine stabile Lungenembolie, die CT-Thorax ist nicht indiziert bei Lungenembolie im Stadium III und IV (siehe SOP Lungenembolie).

Zweig 1: SOP STEMI
Netzwerkkonzept zwischen Rettungsdienst und Klinikum

Konzept

Ziel der Netzwerkbildung ist die optimale prä- und intraklinische Versorgung von Infarktpatienten durch Implementation eines Handlungsalgorhythmus, der zwischen den Beteiligten der präklinischen Notfallmedizin und den PCI-Zentren im Bereich des Rettungszweckverbandes abgesprochen ist. Hierbei ist die Anwendung der präklinischen Lyse des ST-Strecken-Hebungsinfarktes in der Perakutphase oder bei erwartbarer erheblicher Verzögerung der interventionellen Therapie ein Baustein. Hierbei ist sicherzustellen, dass die Einschluss- und Ausschlusskriterien für eine Lysetherapie streng zu beachten sind.

Handlungsanweisung für die Mitarbeiter des Klinikums

Die Notärzte und das Klinikum in den Pfeifferschen Stiftungen haben ein gemeinsames Konzept zur prä- und intrahospitalen Versorgung des ST-Strecken-Hebungsinfarktes erstellt.

Die Telefonnummer 0391/85059800 wurde den Notärzten als Hotline bei Diagnose eines STEMI zur Verfügung gestellt. Nur der STEMI löst außerhalb der Regeldienstzeit eine beschleunigte Logistik mit dem Ziel der möglichst frühen Koronarintervention aus.

Der Arzt der Hotline, der den Anruf des Notarztes entgegen nimmt, erfragt folgende Daten über den Patienten:

  • Beschwerdeanamnese
  • Beschwerdebeginn
  • Topographie des Infarktes im 12-Kanal-EKG
  • hämodynamische und pulmonale Stabilität
  • Hat der Patient bereits Clopidogrel erhalten?
  • Hat der Patient eine Lyse erhalten?

Er informiert daraufhin sofort den Dienst habenden oder den Oberarzt und das Herzkatheterlabor und klärt ab:

  • Ist das Herzkatheterlabor mit Eintreffen des Patienten aufnahmebereit?

    • Wenn ja: Notaufnahme informieren, dass der Patient direkt ins Herzkatheterlabor gebracht wird! In diesem Fall darf keine weitere diagnostische Maßnahme den innerklinischen Transport verzögern, d. h.:

      • Keine schriftliche Aufklärung, sondern dem Notfall angemessene grobe mündliche Aufklärung und Abfrage evtl. Hindernisse für die Koronarintervention: orale Antikoagulation, Blutungsneidung anderer Ursache, schwere Niereninsuffizienz, Kontrastmittelallergie. Dies erfolgt durch den Notaufnahmearzt oder den Oberarzt im Herzkatheterlabor.
      • Falls noch keine Blutabnahme erfolgt ist, keine Verzögerung durch eine letztlich irrelevante Blutentnahme vor der Koronarintervention, diese kann anschließend problemlos nachgeholt werden.
      • Kein Umweg über den Schockraum der Notaufnahme für ein weiteres 12-Kanal-EKG, wenn das EKG des Notarztes eindeutig ist. Das EKG des Notarztes muss frühestmöglich mit Patientendaten versehen und zu den Akten genommen werden.

    • Wenn nein: Notaufnahme informieren und Erstversorgung im Schockraum der Notaufnahme.

Die Zeitdauer bis zur Aufnahmebereitschaft des Herzkatheterlabors bestimmt über das Ausmaß der präinterventionellen Diagnostik und Therapie:

  • Die "obligate Basisdiagnostik" entfällt bis auf die Analyse eines vom Notarzt angefertigten oder selbst erstellten 12-Kanal-EKG's, wenn das Herzkatheterlabor aufnahmebereit ist.
  • Bei zeitlicher Latenz bis zur Bereitstellung eines Kathetermessplatzes ist die Abarbeitung der obligaten Basisdiagnostik anzustreben.
  • Die Maßnahmen des Notarztes sind dann auch auf Vollständigkeit zu überprüfen (siehe nachfolgende Grafik: "Adjuvante Therapie des STEMI").
  • Eine Aufklärung ist nicht schriftlich erforderlich, die Rechtsprechung hat kein Problem mit einer verkürzten und stichwortartigen mündlichen Aufklärung, über deren Inhalt der Notaufnahmearzt ggf. kurze Aufzeichnungen anfertigen kann. Die Unterschrift des Patienten ist nicht erforderlich und rechtlich wertlos.
  • Clopidogrel: Hat der Notarzt dem Patienten bereits eine Loading-Dose von acht Tabletten Clopidogrel verabreicht, erhält er diese von der Cest-Pain-Unit oder dem Herzkatheterlabor oder der Intensivtherapiestation zurück. Hat der Patient noch kein Clopidogrel erhalten, sollte er eine Loading-Dose von acht Tabletten Plavix in der Cest-Pain-Unit erhalten, sofern keine Bewusstseinsstörung oder Übelkeit vorliegen.
  • GPIIB/IIIA-Antagonisten: Im Rahmen der Information des Dienst habenden Kardiologen sollte die frühzeitige Gabe eines GPIIB/IIIA-Antagonisten in der Cest-Pain-Unit abgesprochen werden.
  • Die prähospitale Lyse stellt keine Kontraindikation zur Akutintervention dar, wenngleich die Blutungsneigung natürlich erhöht ist.
  • Der kardiogene Schock beim ST-Hebungsinfarkt stellt eine imperative Indikation zur Koronarangiographie dar, eine Verzögerung der einzigen Erfolg versprechenden Therapie zur Stabilisierung stellt einen groben Verstoß gegen die Behandlungsleitlinien dar.

Leitung

Dr. med. Jochen Molling

Chefarzt

Dr. med. Jochen Molling

Facharzt für Innere Medizin / Kardiologie

Telefon
0391 / 8505 - 9100
Weiterbildungs­er­mäch­ti­gungen
  • Basisweiterbildung Innere Medizin und Allgemeinmedizin im Verbund mit Dr. Weigel und Dr. Achenbach (Zeitlicher Umfang: 36 Monate)
  • Innere Medizin und Kardiologie (Facharzt) (Zeitlicher Umfang: 12 Monate)
  • Innere Medizin und Kardiologie einschließlich 6 Monate internistische Intensivmedizin (Facharztausbildung) (Zeitlicher Umfang: 24 Monate)

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